Glossar · Wirtschaft & Compliance
Whistleblower-System
Auch bekannt als: Hinweisgebersystem, Meldekanal
- Konzern lässt eine anonyme Korruptionsmeldung aus einer ausländischen Tochter verifizieren.
- Mittelständler dokumentiert Mobbing gegen einen Hinweisgeber zur Vorbereitung arbeitsgerichtlicher Schritte.
Compliance
Compliance bezeichnet die Gesamtheit organisatorischer Maßnahmen zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens eines Unternehmens – gegenüber Gesetzen, Verträgen und internen Richtlinien. Kernfelder sind Antikorruption (UK Bribery Act, IDD), Geldwäscheprävention (GwG), Kartellrecht, Datenschutz (DSGVO), Sanktionsrecht und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Detekteien liefern den investigativen Arm: verdeckte Sachverhaltsaufklärung, Beweissicherung und forensische Interviews bei begründeten Verdachtsmomenten.
Internal Investigation
Eine Internal Investigation ist die strukturierte, vertrauliche Aufklärung eines unternehmensinternen Verdachts auf Regelverstoß durch Compliance, Rechtsabteilung oder externe Spezialisten. Sie umfasst Datensicherung (E-Mail, Buchhaltung, Logfiles), Mitarbeiterinterviews und verdeckte operative Maßnahmen. Verwertbarkeit setzt klare Befragungsbelehrung, Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats (§ 87 BetrVG) und DSGVO-konforme Datenverarbeitung voraus.
Korruption
Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Vorteil – strafrechtlich erfasst in §§ 299, 331–335 StGB (Bestechlichkeit/Bestechung im geschäftlichen Verkehr und im Amt). Typische Erscheinungsformen sind Kickbacks, Schmiergelder, verdeckte Provisionen, Vorteilsgewährung und sogenannte „nützliche Aufwendungen". Verstöße führen neben Strafverfahren zu Vermögensabschöpfung (§ 73 StGB), Ausschluss von öffentlichen Vergaben und massiven Reputationsschäden.