Glossar · Wirtschaft & Compliance
Compliance
Auch bekannt als: Regelkonformität
- Compliance-Abteilung lässt einen Verdacht auf Kickback-Zahlungen im Einkauf verdeckt verifizieren.
- Vorstand veranlasst eine unabhängige Sachverhaltsaufklärung vor Erstattung einer Selbstanzeige.
Whistleblower-System
Ein Whistleblower-System ist ein gesetzlich nach Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG, seit Juli 2023) für Unternehmen ab 50 Beschäftigten verpflichtender Meldekanal. Hinweisgeber müssen identitätsgeschützt Verstöße melden können; eingehende Meldungen sind binnen 7 Tagen zu bestätigen und binnen 3 Monaten zu bescheiden. Detekteien werden eingebunden, wenn Meldungen plausibilisiert, Sachverhalte verdeckt aufgeklärt oder Repressalien gegen Hinweisgeber dokumentiert werden müssen.
Internal Investigation
Eine Internal Investigation ist die strukturierte, vertrauliche Aufklärung eines unternehmensinternen Verdachts auf Regelverstoß durch Compliance, Rechtsabteilung oder externe Spezialisten. Sie umfasst Datensicherung (E-Mail, Buchhaltung, Logfiles), Mitarbeiterinterviews und verdeckte operative Maßnahmen. Verwertbarkeit setzt klare Befragungsbelehrung, Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats (§ 87 BetrVG) und DSGVO-konforme Datenverarbeitung voraus.
Korruption
Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Vorteil — strafrechtlich erfasst in §§ 299, 331–335 StGB (Bestechlichkeit/Bestechung im geschäftlichen Verkehr und im Amt). Typische Erscheinungsformen sind Kickbacks, Schmiergelder, verdeckte Provisionen, Vorteilsgewährung und sogenannte „nützliche Aufwendungen". Verstöße führen neben Strafverfahren zu Vermögensabschöpfung (§ 73 StGB), Ausschluss von öffentlichen Vergaben und massiven Reputationsschäden.