Glossar · Wirtschaft & Compliance

Know Your Customer

Auch bekannt als: KYC, Kundenidentifizierung

Bekannt durch

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Inhaltlich verantwortet von Marcello Doering, Inhaber & Chefermittler · Stand 2026-04-28

Definition

Know Your Customer (KYC) bezeichnet die gesetzlich vorgeschriebene Identifizierung und Risikobewertung von Geschäftspartnern, vor allem nach Geldwäschegesetz (GwG §§ 10 ff.). Erhoben werden Identität, wirtschaftlich Berechtigter, Herkunft der Mittel und PEP-Status. Detekteien unterstützen verpflichtete Unternehmen mit erweiterten Sorgfaltsprüfungen (Enhanced Due Diligence), wenn Standard-KYC-Datenbanken nicht ausreichen oder Auslandsbezug besteht.

Begriff: Know Your Customer · Synonyme: KYC, Kundenidentifizierung

Praxisbeispiele

Wann „Know Your Customer“ in der Praxis vorkommt

  • Bank verifiziert vor Kontoeröffnung die Eigentümerstruktur einer Offshore-Holding.
  • Mittelständler lässt einen neuen Großkunden mit Sitz in einem Hochrisikoland erweitert prüfen.

Verwandte Begriffe

Im Zusammenhang mit „Know Your Customer“

PEP-Prüfung

Die PEP-Prüfung identifiziert politisch exponierte Personen — Amtsträger, hohe Militärs, Vorstände staatsnaher Unternehmen — sowie deren Familienangehörige und enge Geschäftspartner. Sie ist nach § 1 Abs. 12 GwG verpflichtender Bestandteil verstärkter Sorgfaltspflichten. Geprüft wird gegen kommerzielle Listen (World-Check, Dow Jones) und ergänzend durch manuelle Recherche in Landessprache, da automatisierte Listen oft lückenhaft oder veraltet sind.

Due Diligence

Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung eines Geschäftspartners, Targets oder Beteiligungskandidaten vor Vertragsschluss, M&A-Transaktion oder Beteiligung. Sie umfasst rechtliche, finanzielle, steuerliche und operative Aspekte. Die detektivische Komponente — häufig „Reputational Due Diligence“ oder „Integrity Due Diligence“ genannt — klärt Hintergründe der handelnden Personen, frühere Verfahren, Verflechtungen, mediale Auffälligkeiten und versteckte Risiken jenseits der Bilanz.

Compliance

Compliance bezeichnet die Gesamtheit organisatorischer Maßnahmen zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens eines Unternehmens — gegenüber Gesetzen, Verträgen und internen Richtlinien. Kernfelder sind Antikorruption (UK Bribery Act, IDD), Geldwäscheprävention (GwG), Kartellrecht, Datenschutz (DSGVO), Sanktionsrecht und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Detekteien liefern den investigativen Arm: verdeckte Sachverhaltsaufklärung, Beweissicherung und forensische Interviews bei begründeten Verdachtsmomenten.

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