Inhaltlich verantwortet von
Marcello Doering — Inhaber & Chefermittler, Agentur Incognito
Geprüft durch interne Qualitätssicherung · Stand 5. Oktober 2024
Laut einer repräsentativen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach haben 23 % der Deutschen in einer festen Beziehung mindestens einmal eine außerpartnerschaftliche Beziehung gehabt. Der Verdacht auf Untreue ist damit keine Seltenheit — und die psychologische Forschung zeigt, dass die Ungewissheit selbst oft schwerer wiegt als die bestätigte Wahrheit.
Objektivierbare Indizien: Wann der Verdacht substanziell ist
Nicht jedes veränderte Verhalten ist ein Zeichen für Untreue. Professionelle Ermittler unterscheiden zwischen allgemeinen Verhaltensänderungen und objektivierbaren Indizien:
- Unerklärte Abwesenheiten: Regelmäßige Verspätungen, neue 'Überstunden', spontane Geschäftsreisen, die sich nicht verifizieren lassen
- Veränderte Kommunikationsgewohnheiten: Neues Smartphone oder zweites Gerät, konsequentes Sperren des Bildschirms, Löschung von Chat-Verläufen, Anrufe die nur im Nebenzimmer geführt werden
- Finanzielle Anomalien: Unerklärte Bargeldabhebungen, neue Kreditkarte, Hotelrechnungen, Geschenkkäufe die nicht in der Familie ankommen
- Verändertes Erscheinungsbild: Plötzliche Diät, neue Garderobe, verändertes Parfüm — insbesondere wenn dies nicht mit einer allgemeinen Lebensveränderung korreliert
- Digitale Spuren: Neue Social-Media-Accounts, veränderte Privatsphäre-Einstellungen, unbekannte Apps (verschlüsselte Messenger wie Signal oder Telegram, wenn vorher WhatsApp Standard war)
- Veränderte Intimität: Deutliche Zunahme oder Abnahme der körperlichen Nähe — beides kann ein Indikator sein
Wichtig: Einzelne Indizien sind fast nie aussagekräftig. Erst die Kombination mehrerer Punkte über einen Zeitraum von Wochen ergibt ein Muster, das eine professionelle Ermittlung rechtfertigt.
Der Ermittlungsablauf: Von der Erstberatung zum Ergebnis
Phase 1: Vertrauliche Erstberatung (kostenlos)
Im Erstgespräch — persönlich, telefonisch oder per verschlüsselter Videokonferenz — wird Ihre Situation analysiert. Der Ermittler bewertet die Indizien, schätzt die Erfolgsaussichten ein und erstellt eine Empfehlung. Nicht selten rät eine seriöse Detektei in diesem Stadium vom Einsatz ab, wenn die Indizien zu dünn sind.
Phase 2: Ermittlungsplanung
Basierend auf den Verdachtsmomenten wird ein individueller Einsatzplan erstellt: Welche Tage und Zeitfenster sind am vielversprechendsten? Welche Orte kommen in Frage? Wie viele Ermittler werden benötigt? Welche Technik wird eingesetzt? Sie erhalten einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit definierter Obergrenze.
Phase 3: Observation
Die Observation erfolgt diskret und im gesetzlichen Rahmen. Typischerweise werden 2–3 Ermittler eingesetzt, die sich in Fahrzeugen und zu Fuß abwechseln. Die Ermittler dokumentieren lückenlos: Zeitstempel, Orte, Kontaktpersonen, Verhaltensweisen. Fotos und kurze Videos werden angefertigt, sofern sie im öffentlichen Raum möglich sind.
Phase 4: Ergebnisbericht
Sie erhalten einen detaillierten, neutralen Ermittlungsbericht — inklusive Fotodokumentation. Der Bericht ist so aufgebaut, dass er in einem Scheidungsverfahren oder einer Unterhaltsklage als Beweismittel eingereicht werden kann.
Phase 5: Persönliche Besprechung
Die Ergebnisse werden Ihnen persönlich erläutert. Auf Wunsch kann der Bericht direkt an Ihren Anwalt übergeben werden. Bei Bedarf vermitteln wir Kontakte zu spezialisierten Familienrechtlern.
Rechtliche Auswirkungen einer bestätigten Untreue
Untreue ist in Deutschland kein Straftatbestand. Familienrechtlich kann sie jedoch erhebliche Konsequenzen haben:
- Scheidungsverfahren: Untreue kann die Trennungszeit verkürzen und als Härtefall-Scheidung nach §1565 Abs. 2 BGB gelten
- Unterhaltsansprüche: Nachgewiesene Untreue kann den nachehelichen Unterhaltsanspruch des untreuen Partners einschränken (§1579 Nr. 7 BGB — 'schwere Verfehlung')
- Sorgerecht: Untreue allein beeinflusst das Sorgerecht nicht. Wenn jedoch das Kindeswohl betroffen ist (Vernachlässigung durch außerpartnerschaftliche Aktivitäten), kann es relevant werden
- Vermögensaufteilung: Bei Zugewinngemeinschaft kann Untreue den Stichtag für die Berechnung beeinflussen, insbesondere wenn während der Ehe Vermögen für den Seitensprung aufgewendet wurde
Gewissheit ist keine Schwäche — sie ist die Voraussetzung für jede informierte Entscheidung, ob Sie die Beziehung retten oder beenden wollen.
Kosten und Investitionsrahmen
Typische Untreue-Ermittlungen umfassen 2–4 Observationseinsätze über 1–3 Wochen. Die Gesamtkosten bewegen sich erfahrungsgemäß zwischen 2.500 und 8.000 €, abhängig von Komplexität, Region und Einsatzdauer. Im Vergleich zu den finanziellen Folgen einer uninformierten Scheidung — bei der Unterhaltsansprüche über Jahre sechsstellige Beträge erreichen können — ist dies eine überschaubare Investition.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Eigene Observation: Selbst zu verfolgen birgt das Risiko der Enttarnung, einer Konfrontation und strafrechtlicher Konsequenzen (Nachstellen nach §238 StGB)
- Handy durchsuchen: Das heimliche Lesen von Nachrichten kann als Verletzung des Fernmeldegeheimnisses (§206 StGB) gewertet werden
- Social-Media-Stalking: Obsessives Überprüfen der Online-Aktivitäten verschlechtert Ihre psychische Verfassung, ohne verwertbare Beweise zu liefern
- Konfrontation ohne Beweise: Ohne Fakten geraten Sie in eine Aussage-gegen-Aussage-Situation, die Ihre Verhandlungsposition schwächt
Sie haben konkrete Indizien und möchten Klarheit? Unsere Erstberatung ist vertraulich, kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts.



